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Intertextualität

Die Intertextualität ist ein ambivalenter Begriff, der sich nicht auf eine geschichtlich-kohärente Denkschule zurückbinden lässt. Unter ihm versammeln sich eine Reihe — teilweise deutlich zu unterscheidende — methodische Ansätze. Generell gehen Intertextualitätstheorien von der Annahme aus, dass literarische Texte auf andere Texte bezogen werden können, dass sich ältere in neueren Texten fortschreiben, um solche gegenseitigen Beziehungen zu systematisieren.

Am Anfang der intertextuellen Begriffsgeschichte steht der russische Literatur- und Sprachtheoretiker Michail M. Bachtin, dessen Theorie der Dialogizität in den 60er Jahren von der französischen Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Julia Kristeva zum Konzept der Intertextualität modifiziert wurde.

Da die unterschiedlichen methodischen Ansätze zur Intertextualität zum einen nicht aufeinander aufbauen, zum anderen sich auf alle möglichen kulturell-gesellschaftlichen Bereiche anwenden lassen, ist eine zusammenhängende Geschichtsschreibung nicht möglich.

Daher wird der Begriff 'Intertextualität' hier nicht nach Schulen entwickelt, sondern will pragmatisch verstanden werden. Insofern scheint es sinvoll zu sein, das Feld der Intertextualität zu heuristischen Zwecken in vier Bereiche zu unterteilen:

Intertextualität
 
  • Intertextualität und Kulturwissenschaft (Lachmann)
  • Kultur als Text (Kristeva)
  • Autor und Kanon (Bloom)
  • Struktur und Funktionalität von Intertextualität (Stierle), (Pfister), (Broich)